La Paz – Mountainbiken Deathroad und Moon Valley

Mountainbiking auf der Death Road

Von La Paz aus gibt es neben zahlreichen Trecks auch verschiedene andere Aktivitäten. Am bekanntesten ist wohl das Mountainbiken auf der Todesstraße. Der Name stammt aus der Zeit vor dem Jahre 2007, als im Schnitt 200-300 Menschen pro Jahr auf dem ca. 40km langen Abschnitt zwischen La Paz und Coroico tödlich verunglückten. Seit 2006 gibt es eine asphaltierte Alternative zum weltbekannten Camino de la muerte (oder auch Camino a las Yungas), so dass die Straße mittlerweile wohl einiges an Gefährlichkeit verloren hat.
Die Straße ist stellenweise tatsächlich nur wenige Meter breit und fällt auf der einen Seite mehrere hundert Meter ab. Gerade in der Regenzeit tragen Unterspülungen und Wasserfälle zur Destabilisierung der Straße bei. Dieser Umstand zusätzlich gepaart mit dem südamerikanischen Fahrstil („Ich muss zwar nirgends dringend hin und überhaupt bin ich sonst sehr entspannt, trotzdem muss ich unbedingt als erster ankommen!“) und die Katastrophe ist vorprogrammiert.
Und eben auf dieser Straße bieten seit einigen Jahren zahlreiche Anbieter geführte Mountainbike-Touren mit Fullys (voll gefederten Fahrrädern) an. Die Preise variieren zwischen 38,50€ (350 Bol) und 82,50€ (750 Bol). Der Preis beinhaltet den Transport, die Ausrüstung und ein paar Snacks. Auf der Straße selbst werden zusätzlich ca. 2,75€ (25 Bol) für den Eintritt fällig. Wir hatten uns für das Unternehmen Barracuda entschieden und 49,50€ (450 Bol) bezahlt. Das für uns Praktische war, dass die Guides während der Tour ca. 450 Bilder gemacht hatten. Somit mussten wir uns darum nicht kümmern, was definitiv hilfreich war (dazu später mehr!). Man beginnt die Tour auf 4.700m und radelt die ersten ca. 20 km auf asphaltierter Straße. Zwischenzeitlich geht es ein paar Kilometer bergauf (die werden natürlich im Bus zurückgelegt). Auf den restlichen ca. 40km erstreckt sich die eigentliche Todesstraße, welche ausschließlich aus Schotter besteht. Die Tour endet schließlich auf 1.100m, auf der Seite des Amazon-Basin, d.h. im „Regenwald“. Bis auf wenige kurze Passagen geht es eigentlich immer bergab.

Während der Fahrt bekommt man, von den Pausen mal abgesehen, eigentlich wenig davon mit, dass auf der linken Seite ein mehrere hundert Meter tiefer Abgrund lauert, da man viel zu sehr damit beschäftigt ist, den größeren Gesteinsbrocken auszuweichen. Nicht zu stürzen ist hier wohl oberste Priorität. Falls das passiert, hat man gute Chancen den Rückflug ins Heimatland in horizontaler Lage in einer Kiste anzutreten. Über die Jahre haben das immerhin 22 Radler bewerkstelligt. Lediglich zwei hatten das Glück den Sturz zu überleben. Gebrochene Schlüsselbeine oder andere Verletzungen in Folge der Verwechslung von Vorder- und Hinterradbremse (die funktionierten einwandfrei – gut so!) gehören eher in die Kategorie „Glück gehabt“ und sind an der Tagesordnung. Unterwegs begegnet man zahlreichen Kreuzen und Monumenten, das wohl größte stammt von einer israelischen Familie, die im Jahr 2002 ihre Tochter an dieser Stelle verloren hatte…einhändig fahren und gleichzeitig fotografieren (s. o.) gehört definitiv zu den Dingen, die man tunlichst unterlassen sollte.

Wenn man aber die Regeln der Guides befolgt, gesunden Menschenverstand walten lässt und angepasst fährt, dann würde ich die Sache doch als verhältnismäßig sicher einstufen. Der Zustand der Straße in den gefährlichen Passagen lässt sowieso keine höheren Geschwindigkeiten zu.
Am Ende der Abfahrt kommt man zu einem kleinen Hostel, bei dem es anschließend noch eine Kleinigkeit zum Abendessen gibt und von wo aus es dann zurück nach La Paz geht. Normalerweise wird dabei die sicherere Alternativroute genutzt. Da, als ich da war, gerade eine Brücke auf selbiger gewartet wurde, waren wir gezwungen die Todesstraße selbst für den Rückweg in Anspruch zu nehmen. Bei Dunkelheit, Nebel und der südamerikanischen Fahrweise eine Erfahrung, auf die ich gerne Verzichtet hätte. Meiner Einschätzung nach auch das Gefährlichste an diesem Tag. Vor allem wenn die Tourguides (Gott sei Dank nicht der Fahrer, aber leider auch keine Seltenheit in Südamerika) sich dabei hemmungslos besaufen und „Party“ machen. Gegen 21 Uhr waren wir dann wieder sicher zurück in La Paz…erst mal einen Schnaps auf die Rückfahrt.
Alles in allem hat der Tag extrem viel Spaß gemacht und ich kann die Tour jedem empfehlen, der einigermaßen Fahrrad fahren kann und frei von Höhenangst ist.

Der Wikipediaartikel zur Todesstraße findet sich hier!

Moon Valley

Im Vergleich zum Mountainbiken auf der Death Road gehört ein Besuch des Moon Valleys definitiv zu den entspannteren Aktivitäten. Von La Paz aus nur ca. 30 Minuten mit dem Taxi (ca. 3,80€ – 6,60€; 35 – 60 Bol) entfernt fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Von der hektischen Stadt innerhalb kürzester Zeit in eine Landschaft, die in der Tat wie von einer anderen Welt wirkt. Das Gestein im Tal besteht im Wesentlichen aus Lehm und kleineren Steinen, welches über die Jahrhunderte erodierte und dabei zahlreiche Säulen geformt hat.
Vor Ort kann man dann für ca. 8,80 – 11,00€ (80 – 110 Bol) Quads stundenweise mieten. Es bietet sich hierbei eine Zweistundenmiete an, das beinhaltet dann auch einen Guide, der mit einem durch das Valle de la Luna fährt und einen zu diversen Aussichtspunkten bringt.

Mehr gibt es dazu eigentlich auch nicht zu sagen. Die Faszination des Valle de la Luna setzt sich wohl aus den Gesteinsformen, den wirklich genialen Aussichten auf die umliegenden Berge und Täler, dem Quadfahren und der Tatsache, dass es unmittelbar vor den Toren von La Paz liegt, zusammen. Wer einen halben Tag Zeit hat sollte die Tour definitiv unternehmen, vor allem weil sie nur ca. 3-4h in Anspruch nimmt und mit insgesamt ca. 20 – 25€ (181 – 227 Bol) bezahlbar ist.

Zum englischen Wikipediaartikel des Valle de la Luna geht es hier!.

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6 Comments

  1. Stella

     /  11. June 2013

    Super Artikel ! Klasse geschrieben ! …und die allgäuer Hüttenromantik in Holzform, die dich wohl wehmütig an die Heimat erinnert, gefällt mir besonders 😉

    Reply
  2. Elke Deutmarg

     /  13. June 2013

    Hallo Basti,
    liebe Grüsse aus Berg bei RV von Elke Deutmarg!! Lese mit Begeisterung deine interessanten Berichte!Weiter sooooo!Ich schwelge dabei in Erinnerung,denn Achim u ich sind grad im Mai von einer 3wöchigen Motorradtour zurückgekommen.Und wie es der Zufall will,ging es von Arequipa über Nasca, Puquio,Chalhuanca ins Urubambatal u weiter nach Machu Picchu,Wayna Picchu.Von da ab nach Cusco,Puno mit Übernachtung auf einer Insel bei einer Familie u weiter ins Colcatal.Die Condore sind schon gewaltig.Hab sie gut auf dem Foto getroffen!!Und dann zurück nach Arequipa,tolle Stadt,nicht wahr?! Zum Glück war unsere BMW super in Schuss u wir hatten keinerlei Pannen.wo gehts bei dir nach Peru u Bolivien hin?Fährst du auch nach Uyuni? Unheimlich sehenswert!!!!waren wir vor 2 Jahren auch mit Motorrad:Chile,Argentinien u Bolivien.Freue mich auf deine nächsten Abenteuer,hasta luego besitos Elke

    Reply
    • Hallo Elke,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ja Papa hatte mir erzählt, dass ihr auch in Peru wart. Habt ihr die BMW hier gemietet oder vorher verschifft?
      Uyuni ist mein nächster Stop, aktuell bin ich noch in Sucre für Spanischunterricht, Ende nächster Woche geht es dann weiter nach Uyuni und von dort aus nach San Pedro di Atacama.

      Liebe Grüße, auch an den Rest der Familie.

      Sebastian

      Reply
  3. DEUTMARG Elke

     /  17. June 2013

    Hola Basti,
    Grüße aus dem heißen Süden Deutschlands! (33 Grad)
    Wir haben die Motorräder gemietet: nicht billig, aber Supermaschinen u voll versichert. Für 3 o 4 Wochen lohnt eine Verschiffung nicht unbedingt u unser Motorrad ist auch nicht fahrtüchtig. Falls ihr beweglich seid, besucht mal in der Nähe von San Pedro in der Atacamawüste das Monument ” Mano Del Desierto” Sehr beeindruckend!!
    Dir noch fleißiges erfolgreiches Lernen, wird dir immer alle Türen öffnen.
    Machos Saldos y que te diviertas!!! Elke

    Reply
  4. DEUTMARG Elke

     /  17. June 2013

    Heißt natürlich muchos saludos…… Immer dies blöde Wörterbuch Elke

    Reply
  5. You’re crazy man!!! hahaha… I love these picture, the path of death and your on the shore?? hahaha I’m glad you experienced many emotions in Bolivia.

    Reply

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